{"id":7096,"date":"2016-06-21T13:44:55","date_gmt":"2016-06-21T11:44:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gwr.co.at\/?p=7096"},"modified":"2016-06-21T13:44:55","modified_gmt":"2016-06-21T11:44:55","slug":"neue-regierungsvorlage-betreffend-insidergeschaefte-und-marktmanipulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gwr.co.at\/?p=7096","title":{"rendered":"Neue Regierungsvorlage betreffend Insidergesch\u00e4fte und Marktmanipulation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Umsetzung von EU-Recht<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf\u00a0 <strong>wird die Marktmissbrauchsrichtlinie<\/strong> umgesetzt und werden flankierende Regelungen zur EU Marktmissbrauchsverordnung geschaffen. Zus\u00e4tzlich wird die Durchf\u00fchrungsrichtlinie zu EU Verordnung hinsichtlich der Meldung tats\u00e4chlicher oder m\u00f6glicher Verst\u00f6\u00dfe gegen diese Verordnung umgesetzt.<\/p>\n<p><strong>Wichtigste Neuerungen<\/strong><\/p>\n<p>Nach geltendem Recht sind Insidergesch\u00e4fte ausschlie\u00dflich gerichtlich und Marktmanipulation ausschlie\u00dflich verwaltungsbeh\u00f6rdlich strafbar. Diese Aufgabenverteilung zwischen Justiz (Strafgerichte und Staatsanwaltschaften) und Verwaltungsbeh\u00f6rden (FMA) kann wegen der Vorgaben der Marktmissbrauchsrichtlinie nicht mehr beibehalten werden; es sind jedenfalls schwerwiegende F\u00e4lle von Marktmanipulation gerichtlich strafbar zu machen.<\/p>\n<p>Der Entwurf schl\u00e4gt vor,<\/p>\n<ul>\n<li>zwar bestimmte Erscheinungsformen der Marktmanipulation zur G\u00e4nze als Verwaltungs\u00fcbertretungen auszugestalten,<\/li>\n<li>im \u00dcbrigen wird aber eine gerichtliche Strafbarkeit vorgeschlagen, wenn bestimmte Schwellenwerte \u00fcberschritten sind (\u00a7 48n B\u00f6rseG).<\/li>\n<li>Diese L\u00f6sung soll auch auf den Bereich des Insiderhandels \u00fcbertragen werden (\u00a7 48m B\u00f6rseG).<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr die Abgrenzung zwischen gerichtlicher und verwaltungsbeh\u00f6rdlicher Zust\u00e4ndigkeit wird<\/p>\n<ul>\n<li>f\u00fcr jene F\u00e4lle, denen Transaktionen zugrunde liegen, eine Abgrenzung nach der H\u00f6he der Transaktion (1 Mio Euro) vorgesehen;<\/li>\n<li>in den \u00fcbrigen F\u00e4llen eine Abgrenzung nach der H\u00f6he der Kursver\u00e4nderung (mindestens 35 %) und &#8211; kumulativ &#8211; eines bestimmten Gesamtumsatzes (mindestens 10 Mio Euro) innerhalb von 5 Handelstagen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Kriterien sollen eine klare Abgrenzung zwischen den Zust\u00e4ndigkeitsbereichen Staatsanwaltschaft bzw. Gericht und Finanzmarktaufsicht schon bei Beginn eines Verfahrens gew\u00e4hrleisten. Damit wird eine bewusste Abkehr von jenem Kriterium gew\u00e4hlt, das nicht nur im gesamten Verm\u00f6gensstrafrecht, sondern auch im bisherigen Insidertatbestand h\u00f6here Strafdrohungen ausl\u00f6st, n\u00e4mlich dem erlangten Verm\u00f6gensvorteil.<\/p>\n<p>Im Einklang mit dem Grundsatz ne bis in idem (Verbot der Doppelverfolgung und -bestrafung) sind nach \u00a7 22 Abs 1 VStG bei Erf\u00fcllung der Tatbestandsvoraussetzungen der gerichtlichen Straftatbest\u00e4nde in den \u00a7\u00a7 48m, 48n B\u00f6rseG keine verwaltungsrechtlichen Sanktionen zu verh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Der Entwurf beschr\u00e4nkt sich weitgehend darauf, die in der Marktmissbrauchsrichtlinie vorgeschriebene H\u00f6he der Freiheitsstrafen zu \u00fcbernehmen; eine etwas h\u00f6here Strafdrohung wird nur dort gew\u00e4hlt, wo die in der Marktmissbrauchsrichtlinie vorgesehene H\u00f6he (Freiheitsstrafe von 4 Jahren) dem \u00f6sterreichischen Strafrecht fremd ist: Der Entwurf \u00fcbernimmt die im \u00f6sterreichischen Strafrecht g\u00e4ngige Staffelung von 6 Monaten bis 5 Jahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umsetzung von EU-Recht Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf\u00a0 wird die Marktmissbrauchsrichtlinie umgesetzt und werden flankierende Regelungen zur EU Marktmissbrauchsverordnung geschaffen. 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